Archive for the ‘Cinema’ Category

(Sanskrit, „Herabkunft“)

Wednesday, February 10th, 2010

Nach Titanic habe ich also nun auch Camerons nächstem highest-grossing Film ever zu einem marginal höherem Einspielergebnis verholfen. Wobei “marginal” hier nur für den Anteil an der Summe gilt, für den Einzelnen sind rund 10 Euro Ticketpreis plus 1 Euro für die 3D-Brille schon ein ziemlich happiger Angriff auf den Geldbeutel.
Fangen wir gleich bei diesem neumodischen 3D-Kram an. Die 3D-Brille ist erstaunlich kompatibel zu normalen Brillen und stört kaum. Ich kann mir aber vorstellen, dass sie in der Nähe der Notausgänge nerven kann, weil sie deren Beleuchtung reflektieren könnte. Während ich (entgegen meiner Erwartung Kopfschmerzen zu bekommen) erstaunlicherweise überhaupt keine Probleme hatte, beschwerte sich jeder meiner Begleiter über irgendetwas. Dem einen war die Framerate zu niedrig, dem anderen dunkelten die Brillen das Bild zu sehr ab, der nächste bekam tatsächlich Kopfschmerzen, ein weiterer bemängelte, dass er trotz der Brille teilweise noch die beiden übereinanderliegenden Teilbilder sah. Meine einzige Empfehlung ist, sich möglichst mittig und in das hintere Drittel des Saals zu setzen. Während es beim normalen Film schon störend ist nicht das ganze Bild im Blick zu haben, ist es bei 3D richtiggehend irritierend.

Zum Film selbst wurde das meiste Erwähnenswerte schon gesagt, ich werde es dennoch ein weiteres Mal zum Ausdruck bringen: der Film ist vor allem eines – ein visuelles Erlebnis. Ich hatte die Wahl zwischen 3D oder OV und ich bin mir nun absolut sicher die richtige Wahl getroffen zu haben. Die wunderbaren Kamerafahrten durch die hübsche und lebendige Welt Pandora sind zweidimensional garantiert komplett witzlos. Sicherlich immer noch schön, aber nicht halb so toll wie in 3D. Andere Passagen des Filmes wirken ein wenig wie “hey! hey! Schau her! Ich bin 3D!!”, aber selten wirklich aufdringlich.
Wegen der Story muss man bei diesem Film nich ins Kino gehen, denn die ist bekanntermaßen weder neu noch besonders originell. Damit will ich nicht sagen, dass es eine schlechte Story ist, aber es überrascht einen auch nichts – vorhersehbar bis zur letzten Minute und jeder Charakter passt in eine Stereotypen-Schubladen. Und das Mineral für dessen Raubbau die Menschen auf Pandora sind “Unobtanium”[sic] zu nennen zeugt nicht gerade von Kreativität.

Der Film ist sicher keiner, den ich mir auf DVD kaufen würde. Über ein zukünftiges 3D-Medium mit entsprechendem Anzeigegerät ließe sich reden, aber ich schätze (ohne ihn 2D gesehen zu haben), dass an der 2D-Version die musikalische Untermalung noch das Beste ist. Somit gebe ich der 3D-Version 4 aus 5 und der 2D-Version ungesehen 3 aus 5.

PS: Es gibt Berichte in den Medien, dass Leute, nachdem sie Avatar gesehen haben, von den harten Fakten und dem Grau der Realität Depressionen bekommen. So etwas ähnliches ist uns auch passiert. Als wir das Kino verließen machte sich eines unserer Fahrräder durch Abwesenheit bemerkbar. Das brachte die Stimmung deutlich nach unten.

PPS: nachdem ich den 3D-Trailer zu Alice in Wonderland gesehen habe freue ich mich nun auf den Film 🙂 Der Effekt mit dem die Grinsekatze auftauchte war in 3D suuuuper geil 🙂

Zwiegespalten

Thursday, June 4th, 2009

Terminator: Salvation – guter Actionfilm, etwas generisch, aber schön gemacht. 4 von 5.

Aber halt, es gibt mehr zu sagen. Allerdings mit einer (milden) SPOILER-Warnung, deswegen kommt der Rest nur nach einem Klick (more…)

These are the voyages…

Thursday, May 7th, 2009

Ich war gestern Nacht zu Star Trek im Kino, und hier sind ein paar wenige von den hunderten Dingen, die falsch daran waren:

Die Story passt nicht in den Star Trek Canon, auch nicht mit der gegebenen Paralleluniversums-Erklärung (der Grund für die Entstehung des Paralleluniversums ist nicht canonical).
Sie haben es tatsächlich geschafft in einem Star Trek Film Nokia Product Placement unterzubringen.
Die Waffe um die sich der Film dreht ist völliger Quatsch.
Die unvermeidbare Romanze fühlt sich forciert an und man hätte sie ohne jegliche Auswirkung auf die restliche Story weglassen können.
Vulkanier sind neuerdings rassistisch.

Aber das ist mir alles völlig egal gewesen. Ich habe mich von vorne bis hinten gut unterhalten gefühlt. Man könnte sich über die genannten und viele weiteren Punkten stundenlang aufregen und JJ Abrahms zur Hölle wünschen. Ich bin mir sicher, dass dies einige humorlose Trekkies tun werden, aber ich sehe ein, dass Freiheiten geschafft werden mussten, damit es überhaupt einen kommerziell erfolgreichen Star Trek Film geben kann. Also akzeptiere ich diese Änderungen und würdige, dass, wenn man genau hinsieht, der Geist der alten Crew in der neuen Besetzung (Simon Pegg!!!) weiterlebt. So genieße ich einfach den Film und habe Spaß an den unzähligen nette Anspielungen, über die nur Fans lachen können.

Ich hatte so viel Spaß dran, dass es eine volle 5 gibt.

5 von 5

Who watches the Watchmen? Suhn and I did…

Friday, March 20th, 2009

Montag waren der suhn und ich im Kino und haben uns Watchmen angesehen. Wir sind mit unterschiedlichen Vorraussetzungen in den Film gegangen: ich hatte den Comic vorher gelesen, suhn nicht. Und das ist auch schon der erste Punkt, auf den verwiesen werden sollte: es ist nicht zwingend notwendig den Comic gelesen zu haben, aber es ist doch sehr empfehlenswert. Zum einen hat man dann weniger Probleme die Flut an Charakteren zu bewältigen und zum anderen werden einige Handlungen der Charaktere dann verständlicher, weil man die nötigen Hintergrundinformationen hat, die im Film leider unter den Tisch fallen mussten.

Watchmen spielt in den vom Kalten Krieg geprägten 80er Jahren eines Universums, das sich irgendwann nach dem zweiten Weltkrieg leicht abweichend von unserer Realität entwickelt hat. In diesem Universum begannen einige Leute in den USA sich im Stile der Comics zu kleiden und die Straßen von dem sich entwickelnden Bandenproblem zu befreien. Diese Leute hatten keine der typischen Comic-Superkräfte, es waren ganz normale Bürger, die einfach außerhalb der Polizei agierten. Nachdem ein Gesetz verabschiedet wurde, was die kostümierten Helden effektiv verbot, setzten sich die meisten zur Ruhe. Einige operierten weiterhin, entweder im Auftrage der Regierung, oder entgegen des Verbots. Unter denen die für die Regierung arbeiteten ist auch Dr. Manhattan, der einzige der Helden mit Superkräften und für die USA der lange Hebel im kalten Krieg.

Abgesehen von den Sachen, die wegfielen, ist der Film sehr nah am Comic, außer dem Ende wurden keine wesentlichen Dinge geändert. Und ohne jetzt viel verraten zu wollen, wurde beim Ende auch nur das WIE geändert, nicht das WAS. Ich persönlich mag das Filmende etwas besser, weil es in meinen Augen plausibler ist, aber das ist Geschmackssache.

Die Charaktere waren größtenteils super besetzt, einzig der designierte Bösewicht war in meinen Augen etwas zu offensichtlich, was im Comic nicht der Fall war. Sehr gut gefallen hat mir Rorschach, sowohl Aussehen als auch Charakter waren voll getroffen. Ob man seine morphende Maske in der sonst so von Übernatürlichem befreiten Welt akzeptieren kann ist wieder Geschmackssache, aber auch im Comic sieht die Maske in jedem Panel anders aus, insofern ist es doch getreu der Vorlage.

Mir ist das Ganze letztendlich eine volle Punktzahl wert :O

5 out of 5

5 von 5

Ohne Q, aber trotzdem nicht trostlos

Friday, November 14th, 2008

Gestern Abend war ich kurz entschlossen mal wieder im UFA-Palast, “Ein Quantum Trost”.

Etwas seltsam fand ich, dass der Saal sehr schlecht besucht war. Geschätzte 50 Leute in der 23 Uhr Vorstellung an einem Donnerstag Abend, dabei läuft der Film erst eine Woche – nunja.

Ich will keine langatmige Analyse des Filmes betreiben; ich bezweifle sogar, dass das möglich wäre, es war schließlich “nur” ein Bond. Aber eben ein ziemlich kurzer obendrein. Nach 1 Stunde und 45 Minuten (ohne Abspann) war es vorbei. Ok, 1:40h, wenn man die 5 Minuten “Vorspann” (mit Inhalten, die ich eigentlich vom Abspann erwarte) rausrechnet.

Um zu meinem Urteil zu kommen: der Film hat mich nicht gerade vom Sitz gehauen. Casino Royale fand ich da zuletzt doch um einiges sehenswerter. Dass die Story in Bond-Filmen nicht unbedingt die durchdachteste ist, ist man ja zum Teil gewohnt. Ich fand sie in der aktuellen Auflage auch nicht wirklich gelungen. Irgendwie waren meiner Meinung nach zuviele Wechsel der Schauplätze drin (auch das kennt man ja bereits), die ich in “Ein Quantum Trost” noch weniger logisch fand als in den Filmen zuvor. Vielleicht hätte man da noch die ein oder andere Minute Inhalt einfügen sollen.

Ansonsten das übliche (ja, ich benutze dieses Wort jetzt und hier ganz bewusst ;D) actionreiche Unterhaltungskino. Aus irgendeinem Grund hat man auch an den bond-typischen Szenen mit halbnackten Frauen gespart, obwohl man ja doch ansehnliches Aufgebot im Film hatte.

Alles in allem eine Nummer schlechter als Casino Royale, welchen ich als letzten Film jetzt einfach mal als Maßstab ansetze. Wer also Bond ohnehin nicht sonderlich mag, braucht auch nicht zu hoffen, dass es sich nach dem Ansehen des neuesten Streifens ändert.

Abfallverteilungs Lastheber – Erdklasse

Monday, October 13th, 2008

Der erste “richtige” Eintrag in diesem Blog (bzw damals noch das Spielkinderpardies.net Blog) war vor etwas mehr als einem Jahr das Review von Pixars “Ratatouille”, insofern würde ich mit diesem Eintrag spontan das Einjährige des Blogs feiern.

Letzte Woche habe ich endlich mal “WALL·E” gesehen, der am 25. September – und somit 3 Monate später als in den USA – dann doch endlich mal in die deutschen Kinos gekommen ist.
An der schwierigen Übersetzungsarbeit kann es nicht gelegen haben, denn der Film hat kaum Dialog, besonders die erste Hälfte des Films ist sehr wortkarg – im positivsten und unterhaltsamsten Sinne des Wortes “wortkarg”. Auch wenn man als fleissiger Trailerkonsument vieles aus den ersten 20 Minuten schon kennt, so kann man keinesfalls sagen, dass das gesamte Feuerwerk bereits in den Trailern abgefackelt wurde. Auch die zweite Hälfte des Filmes, in der etwas mehr gesprochen und gesynthesizert wird, weiß zu unterhalten und fügt sich trotz des (vergleichsweisen) Wortreichtums gut in das Gesamtkonzept, unter anderem weil auch hier die Roboter ganz klar die Stars sind und die dialogliefernden Menschen eher Beiwerk.

Die Story ist etwas dünn und absehbar, aber ich sehe gerne darüber hinweg. Ich kann gar nicht anders, denn die Charaktere sind einfach knuffig und: So einfach die Story ist, so ist doch jede einzelne Szene in sich ist perfekt gelungen und unglaublich niedlich.

Das gibt volle Punktzahl

5/5

5 von 5

PS: nach dem Abspann kommt nichts mehr
PPS: aber der Abspann selbst ist ziemlich gut
PPPS: und ausserdem kommt ja in guter Pixar-Tradition ein Kurzfilm vor dem eigentlichen Film. Der war auch unheimlich witzig. The bunny is thinking with portals.
PPPPS: ursprünglich wusste ich nicht was ich zu WALL·E schreiben sollte. Der erste Entwurf zu diesem Eintrag laß sich “Film war gut, kthxbai”
PPPPPS: nix… wollte nur noch ein “P” dranhängen

Geschichte schreibt der Sieger

Wednesday, October 1st, 2008

Zu und nach meiner Schulzeit ist mir und meinen Eltern in Gesprächen ab und zu aufgefallen, welche Teile der Geschichte zu ihren Schulzeiten im Geschichtsunterricht weggeschwiegen wurden. So zum Beispiel das geheime Zusatzprotokoll des Deutsch-Sowjetischen Nichtangriffspaktes, in dem Hitler und Stalin Polen unter sich aufteilten. Oder die Weiternutzung von Konzentrationslagern durch die Sowjetunion.

Nun da der Film “Der Baader Meinhof Komplex” in die Kinos kommt, ist uns mal aufgefallen, dass dieser Teil der Geschichte in unserem Unterricht fehlte. Zwar kam in Gemeinschaftskunde die APO ab und zu zur Sprache, aber vom Deutschen Herbst und der RAF war nie die Rede. Dass sich die damalige BRD in diesen Geschehnissen nicht gerade mit Ruhm bekleckert hat, lässt das Weglassen dieses wichtigen Teils der deutschen Geschichte etwas verdächtig erscheinen. Da Schule Ländersache ist, würde mich mal interessieren, ob das Thema in anderen Bundesländern behandelt wird.

Aber nun zum Film:
Im Vorfeld habe ich einige Kritiken gelesen, die suggerieren, dass sich der Film an der großen Zeitspanne, die er abzudecken versucht, verschluckt. Dies hätte zur Folge, dass viele Figuren zu kurz kämen und nur in den Szenen vorkommen, in denen ihr “großer Auftritt” ist, ohne dem Zuschauer richtig vorgestellt zu werden.
Letzterem kann ich nur zustimmen, aber: Das ist meiner Meinung nicht wirklich ein Problem. Man muss die Figuren nicht kennen um die Handlung nachzuvollziehen. Sicherlich gibt es zu den Figuren viele interessante Details, welche die Leute, die sich ausgiebig mit der RAF beschäftigt haben, schmerzlich vermissen. Dennoch bin ich der Meinung, dass genug erzählt wird um dem Zuschauer einen roten Faden an die Hand zu geben, mit dem es sich einigermaßen durch das RAF-Labyrinth finden lässt.
Was der Film unglaublich gut macht, ist die Atmosphäre rüberzubringen die damals geherrscht haben muss. Es wird glaubwürdig gezeigt, wie es von den Studentenprotesten ausgehend immer weiter eskalierte und in der Ermordung von Hans Martin Schleyer gipfelte.

Sicherlich ist der Film nicht genug um das Phänomen RAF umfassend darzulegen, aber es ist ein guter Anfangspunkt und hat zumindest bei mir dafür gesorgt, mich etwas mehr mit der Sache zu befassen.

Das gibt von mir eine 4 von 5

kleiner Scherz am Rande ;)

kleiner Scherz am Rande ;)

Vielleicht schreibt der Nase noch seine Meinung zum Film dazu, denn er hat im Gegensatz zu mir das Buch gelesen. 🙂

Kommentar von Nase:

Den Ausführungen meines Vorredners zum Thema ‘Geschichtsunterricht in der Schule – damals und heute’ kann ich mich nur anschließen. Die Gründe, warum das ein oder andere Thema bei uns in der Schule nicht behandelt wird sind sicherlich recht vielfältig. Ich vermute, dass sich der Stoff der alten Bundesländer doch gehörig von dem der neuen Bundesländer unterscheidet, natürlich nur was die Zeit ab 1945 betrifft. Ich frage mich aber ob das sinnvoll ist. Ist es nicht viel wichtiger alle jungen Deutschen darüber zu informieren was in der BRD und in der DDR geschehen ist? Die Unterrichtszeit ist dafür warscheinlich sehr knapp bemessen, aber grundsätzlich hätte ich mir in meiner Schullaufbahn im Geschichtsunterricht den Schwerpunkt doch eher auf der jüngeren Geschichte gewünscht. Doch vielleicht kann ich ja den ein oder anderen Fakt mal bei Günther Jauch gebrauchen, wenn er mich fragt, was im Jahre 9 n.Chr. statt gefunden hat.

Zum Film:
Ich habe eine etwas gespaltene Meinung zu der Verfilmung des Buches, genauer gesagt muss ich unterscheiden zwischen den ersten rund 60 Minuten und dem zweiten Teil des Filmes.
In der ersten (knappen) Hälfte habe ich gestaunt, dass doch relativ viele Details der ersten Jahre gezeigt wurden, wohlwissend, dass der zweite Teil des Buches sehr faktenreich ist. Der erste Teil ist in meinen Augen sehr gut gelungen, auch wenn selbst dafür die 60 Minuten natürlich viel zu wenig sind.
In den restlichen anderhalb Stunden wurde ich dann aber ein wenig enttäuscht. Klar, man kann nicht den gesamten Gerichtsprozess abhandeln (im Buch: knapp 150 Seiten). Man kann auch nicht die gesamte Schleyer-Entführung so detailreich wie im Schriftlichen ausführen (ebenfalls rund 150 Seiten). Aber leider, so meine Einschätzung, kann man dadurch als jemand, der das Buch nicht gelesen hat doch viele falsche Schlüsse ziehen. Ebenso werden dadurch vielleicht recht unwichtige aber durchaus interessante Dinge verschwiegen. Ob es Absicht ist, dass man die Pannen von Polizei (und Politik) während der Schleyer-Entführung im Film nicht zeigt weiß ich nicht. Aber gerade solche Dinge sind es, die mich beim Lesen des Buches immer wieder ins Staunen versetzt haben.
Somit hoffe ich natürlich, dass sich viele junge Leute, die diese Zeit nicht miterlebt haben und die über diese Zeit nichts in der Schule erfahren haben, durch den Film mehr mit der ganzen Sache beschäftigen.
Es ist definitiv eines der interessantesten Kapitel der innerdeutschen Geschichte. Und die nächsten Kapitel folgen mit Sicherheit.

You’re just not thinking fourth dimensionally!

Friday, July 11th, 2008

Wo wir schon bei Kino sind. Was soll das eigentlich, dass die Studios sich wieder von weltweit gleichzeitigen Starts wegbewegen? Wollen die, dass die Leute die Filme herunterladen, statt 3 Monate später ins Kino zu gehen?

Nur ein paar Beispiele:

WALL·E: der knuffige Roboter von Pixar ist in den USA schon seit dem 27. Juni unterwegs. Nach Deutschland kommt er erst am 25. September! Auch Australien und Neuseeland müssen bis September warten, und das obwohl dort keinerlei Übersetzungsarbeit notwendig ist. Im Vergleich dazu sind die Briten noch ganz gut dran, die müssen “nur” bis zum 18. Juli warten.

Wanted: Der visuell nette Actionfilm ist offiziell am 25. Juni in Großbritanien gestartet, nach Deutschland kommt er erst am 4. September. Dabei ist der Film wirklich nicht wortgewaltig. Woher ich das weiss? Ähm….ja…hab ich so gehört….

The Dark Knight: Warscheinlich der Film des Sommers. Hier ist der Start global ziemlich synchron, nur die Länder, die eine Synchronsprecher-Übersetzung machen, sind hier deutlich hinterher. Deutschland ist ganz hinten mit dabei.

Fazit:

  1. Synchros abschaffen, O-Ton ist sowieso das einzig Wahre.
  2. Wir brauchen mehr Piraterie, damit die Filmindustrie wieder etwas unter Zugzwang kommt.

Ist das so? Wirklich so schlecht?

Friday, July 11th, 2008

Guten Tag. Manchmal frage ich mich, in welchem Ausmaß sich Reviews gegenseitig beeinflussen; wieviele Leute eines der ersten Reviews lesen und dann einfach Rüssel an Schwanz hinterherschreiben. Okay, okay, genug Wir sind Helden Liedtitel.

In diesem konkreten Fall geht es um Hancock. Der gleichnamige Protagonist des Films, gespielt von Will Smith, ist ein Mensch mit dem Rundumsorglos-Paker an Superkräften und einem nicht minder kleinem Paket an Problemen: Alkohol, Verhaltens….unangepasstheit, negatives Image in der Öffentlichkeit und eine beträchtliche Summe an verursachten Sachschäden. Nachdem Hancock dem Marketingexperten Ray (Jason Bateman) in einer weiteren teuren Aktion das Leben gerettet hat, beschließt dieser, sich den Problemen Hancocks anzunehmen und ihn zum schillernden Superhelden zu transformieren.

In den knapp 90 Minuten Film sind meiner Meinung nach gute Unterhaltung und nette Lacher verpackt. Wobei dazu angemerkt werden sollte, dass der Humor stellenweise nicht für jeden ist, einige Szenen verwenden… ich nenne es mal Hau-Drauf-Humor, der abgetrennte Körperteile als Lacher verkauft. Die Gewaltdarstellung ist hierbei größtenteils Offscreen, Blut ist nicht zu sehen. Wie familienfreundlich das ist, davon sollte sich jeder besser selbst ein Bild machen – die FSK sagt “ab 12”. Aber auch für Leute, die über so etwas nicht lachen können sind genug andere Pointen verbaut.

Sicher, der Film hat seine Schwächen, und die Story ist nicht sehr tief, aber auch nicht komplett flach. So empfinde ich die Erklärung, wie Hancock zu seinen Superkräften gekommen ist, als angenehm anders zu den klassischen Klischees. Etwas enttäuscht hat mich das Hollywood-Friede-Freude-Eierkuchen-Ende, nicht weil es ein solches war, sondern weil der Film mich ganz kurz hat glauben lassen, dass es kein solches Ende wird.

Alles in Allem gebe ich 3 von 5 Daumen:

(hier würde sich jetzt normalerweise eine Grafik befinden, die 3 Daumen zeigt, aber das was ich da fabriziert habe, ist selbst für meine Ansprüche zu schlecht um es online zu stellen 😀 )

Hit me Baby one more time

Sunday, December 16th, 2007

Ich war die Woche mal im Kino und habe mir “Hitman” angesehen, auch wenn ich nicht eines der Spiele gespielt habe. Hineingegangen bin ich mit der festen Erwartung, dass es trashig wird und herausgekommen bin ich in einem positiv ueberraschten Zustand. Es ist natuerlich kein herausragender Film, aber bei den Spieleverfilmungen spielt es ganz klar weit oben in der obersten Liga – wofuer man nicht viel braucht, wenn ich es mir durch den Kopf gehen lasse…

Die Geschichte ist kurzgefasst folgende: Der Hitman soll den (fiktiven) Russischen Praesidenten beseitigen, was er auch gruendlich ausfuehrt. In der Oeffentlichkeit wird das Attentat jedoch als fehlgeschlagen dargestellt und der vermeintlich tote Russische Praesident zeigt sich mit einem Pflasterchen am Kopf, welches die Wunde des “Streifschusses” abdeckt. Offensichtlich hat jemand dem Hitman eine Falle gestellt und dieser muss jetzt herausfinden was dahinter steckt. Dabei hilft ihm Nika, die Maitresse des Praesidenten. Zugegeben, der Plot ist nicht besonders kreativ und Charakterentwicklung ist auch kaum vorhanden, aber wer mit derartigen Erwartungen in diesen Film geht, hat sowieso etwas falsch gemacht.

Was ich dem Film hoch anrechne, ist, dass man auf Schmalz verzichtet hat, denn entgegen allen Erwartungen gibt es keine voellig ueberfluessige Liebesgeschichte. Das war stellenweise sogar ziemlich amuesant, da alle von Nikas Versuchen in der Richtung vom Hitman mehr oder weniger elegant umgangen werden.

Zur Hintergrundgeschichte des Hitman kommt wenig ans Tageslicht, mehr als ein paar vage Andeutungen zu seiner Herkunft gibt es nicht.

Visuell gab es Anleihen an das Spiel, so wurde an ein, zwei Stellen die aus den Spielen bekannte Third-Person Ansicht benutzt, aber es war stets kurz gehalten, unaufdringlich und hat wunderbar gepasst. Ein nettes Gimmick fuer alle, die die Spiele kennen und kein Stoerfaktor fuer alle anderen.

Als ich zuerst von der Verfilmung gehoert habe, habe ich mir Vin Diesel oder Jason Statham als Hitman gewuenscht, aber nachdem ich den Film gesehen habe, muss ich sagen, dass der vergleichsweise unbekannte Timothy Olyphant eine ausgezeichnete Wahl war, sowohl was den Look betrifft, als auch den Charakter (wobei man hier natuerlich im Kopf behalten muss, dass meine Kenntnisse ueber den Charakter eher lueckenhaft sind, da ich wie gesagt die Spiele nie gespielt habe).

Alles in allem gebe ich 3 Patronenhuelsen:

Wertung: 3 von 5